Erkrankung

Was versteht man unter Morbus Bechterew?

mb-graphik.jpg Spondylitis ankylosans

Morbus Bechterew (wissenschaftliche Bezeichnung: Spondylitis ankylosans) ist eine chronische, entzündlich-rheumatische Erkrankung, die in erster Linie die Wirbelsäule befällt. Es können aber auch große Gelenke (wie z.B. Knie, Hüfte), Sehnen und Sehnenansätze betroffen sein. In seltenen Fällen werden auch innere Organe von der Entzündung erfasst, wie die Regenbogenhaut der Augen. Die Erkrankung ist bisher nicht heilbar aber durch eine konsequente Therapie entscheidend beeinflussbar. Daher ist es besonders wichtig, dass die Betroffenen frühzeitig eine intensive krankengymnastische und ärztliche Versorgung erhalten.Die Selbsthilfegruppen im Rahmen des DVMB bieten hierzu wohnortsnahe Gruppengymnastik, vielfältige Informationen über das Leben mit der Krankheit, fachkundige Beratung in krankheitsrelevanten Fragen und die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen.

Wie häufig ist die Spondylitis ankylosans, erkranken Männer öfter als Frauen?
Das allgemeine Vorkommen von Spondylitis ankylosans in der europäischen Bevölkerung wird heute auf ca. 0,25 % bis 0,50 % geschätzt (MIEHLE, S. 26). Allerdings gibt es auf der Erde auch Regionen, in denen Bechterew deutlich häufiger vorkommt, so z.B. bei den Eskimos oder den norwegischen Samen (dort ca. 5 % der Bevölkerung). In anderen Regionen der Welt tritt die Erkrankung besonders selten auf, wie etwa in Nordafrika oder China. Diese ethnischen Unterschiede begründen sich wahrscheinlich durch die unterschiedliche Häufigkeit des Antigens HLA B27 (DVMB, S. 35).

In Deutschland schätzt man die Zahl der bereits an Bechterew leidenden Personen zwischen 95.000 und 190.000 (MIEHLE, S. 26). Die jährliche Zahl an Neuerkrankungen, bezogen auf 100.000 Menschen liegt zwischen 6 und 8 Fällen.

Die frühere Annahme, dass bevorzugt junge Männer an Spondylitis ankylosans erkranken, wurde zwischenzeitlich widerlegt. Im Rahmen einer DVMB-Patientenbefragung im Jahr 1996 hat sich herausgestellt, dass Männer und Frauen etwa gleich häufig an Morbus Bechterew erkranken (DVMB-Leitfaden). Das in der Wissenschaft häufig genannte Verhältnis erkrankter Männer zu Frauen von 3-4:1 ist ein Mittelwert über die Zahl diagnostizierter Bechterew-Patienten in allen Altersgruppen, einschließlich derer, die vor 50 Jahren erkrankten; also einer Zeit zu der Morbus Bechterew bei Frauen häufig nicht erkannt wurde (DVMB-Leitfaden).

Was medizinische Aspekte der Spondylitis ankylosans (wie erste Symptome, Diagnose, Krankheitsverlauf und Begleiterscheinungen) anbelangt, verweisen wir auf die einschlägige Literatur (wie etwa unten angeführte Bücher) sowie auf themenspezifische Internet-Seiten (siehe hierzu die Rubrik „Links“).

Literatur:
Spondylitis ankylosans – Morbus Bechterew, Dr. med. Wolfgang Miehle, Rheumamed-Verlag 2004, ISBN 3-9806607-2-9, (zitiert MIEHLE).
Morbus Bechterew in 100 Fragen, DVMB-Schriftenreihe, Heft 12; (zitiert DVMB).
Morbus Bechterew – Ein Leitfaden für Patienten, Prof. Dr. Ernst Feldtkeller, DVMB-Schriftenreihe, Heft 1 (zitiert: DVMB-Leitfaden)

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